Verfasst von: larsunterwegs | 28. April 2011

Panama ABC

Buenas,

nun möchte ich mich mit einem Eintrag zurückmelden, der lange in Planung war und nun endlich soweit fertig ist, dass ich ihn veröffentlichen möchte: mein Panama-ABC. Ich hoffe, dass es euch gefällt und einen vielseitigen Einblick in das Leben in Panama gibt.

AFS. Der American Field Service ist die ausführende Organisation des weltwärts-Programms. Mit ihm war ich schon für ein Jahr in den USA und seit dem mit ihn ehrenamtlich tätig. Ich unterstütze diese Austauschorganisation, weil ich von seiner Arbeit überzeugt bin: durch persönliche Kontakte mit anderen Menschen den eigenen, sowie fremde Horizonte erweitern.

Bananen. Hier gibt es viele Bananen. Kein Wunder: Panama riecht von oben bis unten nach Bananen. Vielleicht nicht komplett, zumindest gibt es sie: zerstampft, in Scheiben geschnitten oder am Stück. So schmecken sie manchmal wie Chips; ein anderes Mal wie Kartoffeln, oder einfach wie Bananen.
Interessant ist, dass die internationalen Unternehmen, die früher hier Bananen anbauten (und die Politik des Landes mitbestimmten) weitestgehend in andere Länder ausgewichen sind.

Cerro Punta. Cerro Punta ist die höchst gelegene und kälteste Stadt Panamas und der Ort meines Projekts. Das Klima hier schwankt zwischen Regen- und Trockenzeit, fühlt sich aber ganzjährig frisch an. Die hierhin führende Straße verläuft sich zwischen Feldern und stellt die Verbindung zur Außenwelt dar. An den Berghängen gibt es viel Landwirtschaft und einige Wälder sind für Touristen begehbar.

David. David ist die Hauptstadt meiner Provinz Chiriquí und die nächste größere Stadt. Dort kann man einkaufen, ins Kino gehen, schwimmen, Post abholen, Zeit im Park verbringen oder einfach die Wärme genießen. Die zweistündige Busfahrt führt damit schon in eine andere Welt.

Englischunterricht. In meinem Projekt in Cerro Punta unterrichte ich Englisch von der Vorschule bis zur 6. Klasse. Außerdem habe ich eine kleine Englischgruppe, in der ich einmal in der Woche für interessierte Schüler Englisch anbiete.

Folklore. In Panama wird Folklore gezielt gefördert und zu vielen Anlässen präsentiert. Es gibt Sendungen im Fernsehen, welche den traditionellen Gesang in den Mittelpunkt stellen, oder Werbung, die mit folklorischen Elementen gestaltet wird.

Gringos. Amerikaner – von denen es hier viele gibt – werden umgangssprachlich gringos genannt. Das Wort kommt aus der Zeit, als die US amerikanische Militär in Mexiko tätig war. Dort trugen sie grüne Soldatenröcke. Nun wollten Teile der Bevölkerung sie auffordern, das Land zu verlassen. Greens Go Home! → gringo. In Panama hat sich dieses Wort besonders durch das amerikanische Engagement bezüglich des Kanals verbreitet. Hier ist dies keine Beleidigung, aber in meinen Augen eher eine abschätzige Äußerung, weil das Bild des Amerikaners hier vorbelastet ist.

Hauptstadt. Die Hauptstadt von Panama ist Panama-Stadt. Im Sprachgebrauch hier einfach nur Panamá. Diese Stadt wurde an der Pazifikküste am Anfang des Weges zwischen den beiden Ozeanen errichtet. Als die Spanier das Inkareich eroberten, wurden die gesamten geplünderten Schätze über diese Stadt nach Europa gebracht. Dies lockte Piraten an, die diese Stadt zerstörten. Anschließend wurde die Hauptstadt an nahe gelegener Stelle erneut gebaut. Heute profitierte die Stadt vom internationalen Handel, besitzt ein großes Bankenviertel, verwaltet die Kanalangelegenheiten und kommt einer europäischen Großstadt sehr nahe (inklusive Armenviertel).

Indigene Bevölkerung: In Panama gib es drei große indigene Bevölkerungsgruppen. Zum einen die Kuna, mit ihren farbenfrohen Kleidern am Meer östlich der Hauptstadt. Dann gibt es die Ngäbe-Buglé, die im Westen Panamas weitestgehend unter einfachen Verhältnissen leben und viele Kinder auf meine Schule gehen. Außerdem gibt es das Emberá-Wounaan-Volk, das tief im Regenwald Panamas wohnt (Darién).

Just Cause. Das war die Militärintervention der USA in Panama 1989 um den Diktator Noriega zu stürzen, der viele Jahre dieses Land als Verbündeter der USA regierte. Während dieser Jahre verschwanden viele Menschen spurlos und viele Zeitzeugen können persönliche Erlebnisse berichten.

Karneval. In Panama gibt es viele Anlässe, die gefeiert werden können. Der wahrscheinlich größte ist Karneval. In verschiedenen Städten werden Feiern ausgerichtet, zu denen Unmengen an Menschen kommen. Ich habe selber an den Feiern in Las Tablas teilgenommen. Eine riesige Menschenmasse, die tagsüber zu Musik mit Wasser nass gespritzt wird und ihre Königin feiert. Während der Nacht gibt es verschiedene Programmpunkte und Freiluftdiskos.

Lonely Planet. Der gute alte Lonely Planet macht den den Planet in den entlegensten Ecken alles andere als einsam! Die wahrscheinlich beste Reiseführer für Leute, die schöne Orte abseits der Piste suchen. Ich habe mich oft auf die Hinweise gestützt, als ich in Panama, Costa Rica und Nicaragua gereist bin und habe super Erfahrungen gemacht!

Mollek. In Volcán gibt es eine Bäckerei, die Mollek genannt wird. Sie ist nicht besonders schön und das Essen schmeckt nicht besonders, dennoch stehen dort Bänke und so ist es gewisser Maßen ein sozialer Treffpunkt für viele Menschen, unter ihnen auch wir Freiwillige.

Nachbarländer. Panama grenzt im Norden an Costa Rica und im Süden an Kolumbien. Die erste Grenze wird für den Einkauf genutzt, die zweite im Darién wegen Lebensgefahr gemieden.

Oh, wie schön ist Panama. Die Kindergeschichte von Janosch erzählt vom Tiger und vom Bären, die zusammen auf die Reise nach Panama gehen, nachdem sie eine Bananenkiste mit der Aufschrift Panama fanden. Nach einer langen Reise kommen sie jedoch im eigenen Haus wieder an und lernen das eigene zu Hause neu kennen.

Panama Kanal. Eine Verbindung der Karibik und dem Pazifik wurde schon von den spanischen Eroberern benutzt. Am Anfang des letzten Jahrhunderts machten sich dann jedoch die Amerikaner daran zu schaffen, den ehemaligen Eselpfad und das gescheiterte französische Kanalbauprojekt durch ein monumentales Bauwerk zu ersetzen: Den Panamakanal. Dieser benötigte über 10 Jahre zur Fertigstellung und forderte mehrere tausend Tote. Der Kanal, welcher mit seinem angrenzendem Gebiet lange Zeit amerikanisches Staatsgebiet war, ist jetzt schon über ein Jahrzehnt in den Händen Panamas und wird erfolgreich von einem regierungsnahen Unternehmen geleitet. Der Kanal ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Panama und wird in den kommenden Jahren weiter ausgebaut.

Quetzal. Der kleine grüne Vogel mit roter Brust und langen Schwanzfedern ist hier in den Wäldern zu Hause und wird dort oft von Touristen aufgesucht.

Reis. Fast jede gekochte Mahlzeit hat Reis als Grundlage. Reis mit Huhn, Reis mit Suppe, Reis mit Gemüse, Reis mit Bohnen. Es ist günstig, ist ein lokales Produkt und macht satt.

Spanisch. In Panama wird Spanisch gesprochen. Natürlich gibt es einen eigenen Dialekt (meto wird in Chiriquí in vielen Fällen als Ausruf verwendet, la vaina (dt. Hülse) steht hier für eine unbestimmte Sache und viele weitere kleine Unterschiede), aber wie in fast allen lateinamerikanischen Ländern haben die Spanier Spanisch mitgebracht. Außerdem gibt es die Sprachen der indigenen Bevölkerungen, die übrigens nicht in der Definition Lateinamerika eingeschlossen sind.

Tukan. Den bunten Vogel auf der Kelloggs Packung kennen bestimmt alle. Aber in Panama gibt es ihn in freier Wildbahn! Übrigens nicht zum Anfassen. Der große Schnabel ist ursprünglich nicht für Touristen da. Wer einmal diesen Vogel gesehen hat, kann wahrscheinlich nicht anders, als von ihnen beeindruckt zu sein.

Unterwegs. Seit einiger Zeit begleitet mich dieses Wort, welches gut zu auf meine Situation zu passen scheint. www.larsunterwegs.wordpress.com ist auch die Adresse von meinem Blog, den ich für meinen Freiwilligendienst eingerichtet habe und anschließend weiterführen möchte.

Volcán Barú. Der Vulkan Volcán Barú ist sozusagen der Hausberg von Cerro Punta und ragt als schwarze Spitze über die Hügel hinweg. Mit einer Höhe von 3475 Metern ist er der höchste von mir erreicht Gipfel, von dem aus man an Wolken freien Tagen Karibik und Pazifik sehen kann.

Weltwärts. Der Freiwilligendienst des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung verschickt junge Helfer in Länder, in denen Entwicklungszusammenarbeit geleistet wird. Das Programm wird von verschiedenen Organisationen angeboten – in meinem Fall: AFS. Es gibt viele positive Aspekte des Programms, man kann es aber auch kritisch betrachten.

zu X fällt mir nichts ein, Y al fin (dt: und zum Schluss):

Zentralamerika. Zu Mittelamerika gehören Panama, Costa Rica, Nicaragua, Honduras, Guatemala, El Salvador, Belize und Mexiko. Ich habe bereits die ersten drei Länder bereisen können und obwohl diese Länder alle sehr nahe beieinander liegen, sind sie sehr unterschiedlich. Es gibt ähnliche Dinge, aber die Unterschiede machen jedes Land auf seine Art besonders! Das Beste ist wohl es selber zu erfahren.


Antworten

  1. Hallo Lars,

    ich mag Dein ABC – es ist eine tolle Idee für einen Blogeintrag! =)

    Besos desde Alemania!
    Greta


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